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Endspurt: Vor dem Umzug Mitte Juli wird am neuen Gesamtschulkomplex noch letzte Hand angelegt

 


THEMA DES MONATS

Standortwechsel

Die Gesamtschule Lippstadt beginnt mit dem Umzug in den Neubau an der Pappelallee/Ulmenstraße

 

Im Sommer geht eines der größten städtischen Projekte der jüngeren Vergangenheit seiner Vollendung entgegen. Mit einem Investitionsvolumen von über 21 Mio. Euro ist der 2015 begonnene Bau der Gesamtschule Lippstadt (GSL) das umfangreichste Vorhaben dieser Art seit Errichtung des Stadttheaters in den 70er Jahren. Kurz vor Ende des laufenden Schuljahres 2016/2017 haben die ersten Oberstufenschüler den imposanten Gebäudekomplex mit rund 120 Räumen und einer Nutzfläche von knapp 10.000 m² am Standort Pappelallee/Ulmenstraße bezogen. Gleichzeitig wird aktuell noch eifrig weiter gearbeitet, damit der Lehrbetrieb dort nach den Sommerferien so richtig losgehen kann. Ein Ende der Bau­­tätigkeit bedeutet aber auch dies noch nicht, denn bereits im Herbst ’17 soll mit der Errichtung einer neuen Doppelturnhalle begonnen werden, für die noch einmal weitere 3,6 Mio. Euro veranschlagt sind.

Maßgeschneiderte Lösung
Als das Projekt Gesamtschule Lippstadt im Dezember ’09 mit der Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg auf die Zielgerade einbog, war schon klar, dass deren erstes Domizil, das Gebäude der Stadtwaldschule, nur eine Übergangslösung sein kann. Ursprünglich war angedacht, dass die neue Gesamtschule, die ihre Arbeit im August ’10 pünktlich zum Start des Schuljahres 2010/11 aufnahm, bereits zum Schuljahr 2014/15 in einen Teil des Realschulzentrums am Dusternweg einziehen werde. Doch schon wenig später wurden diese Pläne zugunsten eines Neubaus revidiert. Mitte 2012 fasste der Rat den Beschluss, dass die Gesamtschule am Standort Pappelallee/Ulmenstraße - unter Nutzung des Geländes und des Sportkomplexes der Pestalozzischule - ihren endgültigen Standort finden soll. Im Zuge der Verlegung der Gesamtschule vom Standort „Am Tiergarten“ zur „Pappelallee“ galt es nun, neue Räumlichkeiten zu schaffen, die den zukünftigen Ansprüchen der vierzügigen Gesamtschule gerecht werden. Zur Vergabe dieser Planungsaufgabe wurde ein Architektur
-wettbewerb durchgeführt. Das Preisgericht, bestehend aus Vertretern von Politik, Bürgerinitiative, Schule, unabhängigen Gutachtern und Verwaltung, kürte Ende 2012 einstimmig den Entwurf des Stuttgarter Büros Swiatkowski-Suerkemper Architekten mit dem ersten Preis. Nach einer weitergehenden, detaillierten Analyse aller preisgekrönten Entwürfe und ergänzenden bzw. alternativen Raumplanungen des Architekten erhielt nach abschließender Bewertung zu verschiedenen Kriterien das Büro Swiatkowski-Suerkemper im Juli 2013 den Auftrag für die weiteren Planungen für den Bau der Gesamtschule mit Sporthalle. Und 2015 konnte man dann endlich zur Tat schreiten. Nach dem Abriss der ehemaligen Pestalozzischule im Frühjahr wurden erste vorbereitende Maßnahmen durchgeführt und im Oktober 2015 erfolgte dann endlich die Grundsteinlegung.
 

Neue Ära
Gut sieben Jahre hat es gedauert, bis die Gesamtschule nach den Sommerferien endlich ihr eigenes Domizil bekommt. Eine lange Zeit, in denen die mit jedem neuen Jahrgang stetig steigende Schülerzahl zu immer neuen Improvisationen und „Auslagerungen“ zwang (immerhin ist die Gesamtschule nach dem Ostendorf-Gymnasium inzwischen die schülerstärkste städtische Schule). So mancher Lehrer musste an einigen Tagen gleich mehrfach zwischen verschie
-denen Standorten wechseln, um die einzelnen Klassen zu unterrichten. Bei der ohnehin nicht einfachen Stundenplan-Erstellung hatte Schulleiter Ludger Montag deshalb zunehmend auch Faktoren wie Fahrzeiten und Parkplatzsituation mit einzubeziehen.
Entsprechend groß ist denn auch beim Kollegium und der Schülerschaft die Vorfreude auf den Wechsel an den Standort Pappelallee/Ulmenstraße. Damit endet nicht allein die lange Phase der vielen Provisorien, sondern mit dem Einzug beginnt für die junge Gesamtschule nicht weniger als eine neue Ära, schließlich ist der neue, natürlich gänzlich barrierefreie Schulkomplex ganz auf ihre Bedürfnisse und ihr pädagogisches Konzept zugeschnitten. Unter-, Mittel- und Oberstufe haben dort jeweils ihren - in unterschiedlichen Farben gehaltenen - Trakt, neudeutsch „Cluster“ genannt. Innerhalb dieser dreistöckigen Cluster verfügt jeder Jahrgang über sein eigenes Stockwerk. Alle Klassenräume sind nach Südwesten ausgerichtet, sehr transparent gestaltet und von offenen Unterrichtsbereichen u.Ä. umgeben, die es den Lehrern erlauben, die Schüler gegebenenfalls nach ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten differenziert zu unterrichten. Und natürlich gehört hier auch die klassische Kreidetafel längst der Vergangenheit an. Die jetzt verwendeten Whiteboards, auf die mit einem speziellen Filzstift geschrieben wird, dienen gleichzeitig als Projektionsfläche für den Beamer.
Vorgelagert ist den Clustern ein Verbindungsbau, der architektonische Elemente der Außenfassade übernimmt und von allen Stufen genutzte Unterrichtsräume (Naturwissen
-schaften u.Ä.) beherbergt. Dieser schafft auch die Verknüpfung mit dem Verwalt­ungsbereich, der Pausenhalle, der Medio­thek und der Mensa, die mit einer Bühne ausgestattet ist und für Veranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauern genutzt werden kann.

Startschuss
Nach der langen Phase des Planens und Bauens begann dann Mitte Juni der erste Praxistest. Die GSL-Oberstufen-Schüler/innen, die fast ein Jahr „Untermieter“ des Ostendorf-Gymnasiums waren, mussten das dortige Gebäude aufgrund anstehender Baumaßnahmen räumen und starteten deshalb zu einer ersten Erprobung ihres neuen Oberstufenclusters. Eine Etage war dafür eigens schon hergerichtet und möbliert worden. Und der dreitägige Probebetrieb (anschließend begann für die GSL-Oberstufler die Praktikumsphase) mit ganz normalem Unterricht und Bio-Klausur klappte schon recht gut - auch wenn den Klassenzimmern damals noch die Türen fehlten. Aber diese und andere noch ausstehenden Arbeiten werden bis Ende August sicher soweit abgeschlossen sein, dass einem gelungenen Start ins Schuljahr 2017/2018 mit gut 60 Lehrkräften und dann 860 Schülern im Neubau an der Pappelallee/Ulmenstraße nichts mehr im Wege steht. Nachdem im Juni bereits die Schüler der EF-Stufe an den neuen Standort gewechselt sind, packen in der letzten Woche vor den Ferien nun auch die übrigen GSL-Schüler und die Verwaltung die Umzugskartons. Ganz offiziell eingeweiht wird der neue Schulkomplex aber erst Anfang Oktober. Und dann startet dort mit der Errichtung der Doppelturnhalle auch gleich der nächste Bauabschnitt. In diesem Zusammenhang soll außen auch ein Multifunktionsfeld entstehen, das nach dem Willen der Lehrer und Eltern kein Asphalt-, sondern ein Tartanplatz werden soll. Dafür muss die Schulgemeinde allerdings die Differenzsumme selbst beisteuern. Entsprechende Aktivitäten, um die benötigten 13.000 Euro aufzubringen laufen bereits bzw. sind in Planung oder angedacht.


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